Carl Gottlob Horn

Carl Gottlob Horn war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Hausarchitekt der Familie Schimmelmann vorrangig im Bereich der Gutsarchitektur samt den dazugehörigen Gartenanlagen in Schleswig-Holstein tätig.

Ausbildung

Carl Gottlob Horn besuchte Schulen in Meißen (Sachsen) und Staritz (Sachsen). Nach 1750 erlernte er in Meißen oder Dresden (Sachsen) das Maurerhandwerk.

Im Auftrag des Kaufmanns und Gutsbesitzers Heinrich Carl von Schimmelmann absolvierte er 1763 und 1769 zwei Studienreisen nach Paris.

Beruflicher Werdegang

Carl Gottlob Horn lernte Schimmelmann vermutlich in Meißen oder Dresden kennen und trat 1755/56 in dessen Dienste.

Ab 1760 war er zunächst als Maurerpolier bei Umbauten von Schimmelmanns Herrenhaus Schloss Ahrensburg tätig, 1762 dann als Baukondukteur. In den folgenden Jahren arbeitete er als Baumeister sowie Garten- und Landschaftsarchitekt nahezu ausschließlich für Schimmelmann auf dessen Adligen Gütern Ahrensburg und Wandsbek sowie nach dessen Tod 1782 für die Familien seiner Kinder in Schleswig-Holstein.

Lebenslauf

Nach dem Tod 1745 von Carl Gottlob Horns Vater, einem Schiffshandelsmann, Postmeister und Ratskämmerer von Pirna, zog die Familie 1749 wegen der zweiten Heirat der Mutter nach Staritz. Horn selbst blieb unverheiratet und kinderlos.

Erhaltene Löwenskulptur von der Umgestaltung des Ahrensburger Schlossparks 1765, 2005

Werk/Aktivitäten

Carl Gottlob Horn entwarf für das Adlige Gut Ahrensburg u. a. ein Pächterhaus, einen Stall sowie 1762/63 zwei Lusthäuser. Im Herrenhaus Ahrensburg gestaltete er vermutlich auch Innenräume sowie im Garten 1765 ein barockes Blumenparterre.

Mit dem Herrenhaus Wandsbek (1772–1778) verwirklichte Horn erstmals einen vom Klassizismus geprägten Neubau. Zudem hatte er dort die Funktion des Bauleiters inne und lieferte neben Georg Erdmann Rosenberg Pläne für die Innenräume, so 1776 für das Tafelzimmer. Auch die Gestaltung des Schlossparks im spätbarocken Stil stammte von ihm.

Horn war außerdem verantwortlich für den Bau einiger Wirtschaftsgebäude des Guts, des Lotterie-Gebäudes (1773) und mehrerer Stadthäuser am Wandsbeker Markt.

1787–1792 wurde nach mehrmals umgearbeiteten Rissen Horns sowie des Italieners Giovanni Antonio Antolini das Schimmelmann-Mausoleum auf dem Kirchhof der heutigen Christuskirche in Wandsbek fertiggestellt.

Für die Familien der Kinder Schimmelmanns fertigte Horn Pläne für Um- und Neubauten. Auf Gut Knoop (heute Altenholz, Kreis Rendsburg Eckernförde) wurden davon lediglich zwei Kavaliershäuser sowie um 1790 der englische Landschaftspark umgesetzt. 1791 begannen umfangreiche Arbeiten auf Gut Emkendorf (heute Kreis Rendsburg-Eckernförde), dem Wohnsitz der Tochter Julia von Reventlow. Das Herrenhaus wurde im klassizistischen Stil umgestaltet, weitere Gutsgebäude und eine Reitbahn errichtet sowie der barocke Garten als englischer Landschaftspark überformt. 1796–1804 baute Horn das klassizistische Herrenhaus Falkenberg (heute Lürschau, Kreis Schleswig-Flensburg).

Auf andere Auftraggeber gehen die Umgestaltung des Herrenhauses Deutsch-Nienhof (heute Westensee, Kreis Rendsburg-Eckernförde) und kleinere Arbeiten in Kiel um 1802 zurück.

Herrenhaus Wandsbek, ca. 1850

Bedeutung

Carl Gottlob Horn wandte sich zunehmend von den Formen des sächsischen Spätbarocks ab, die in seinen frühen Gartenanlagen und Entwürfen für einige kleinere Wandsbeker Bauten noch dominierten. Er gilt als Vertreter eines Übergangsstils und nahm, beeinflusst vom Kopenhagener Hofarchitekten Nicola-Henri Jardin, mit dem Herrenhaus Wandsbek sowie dem Schimmelmann-Mausoleum endgültig eine wegweisende Rolle für den Frühklassizismus im norddeutschen Raum ein.

Persönlichkeiten

Heinrich Carl von Schimmelmann GND: 118917323
Giovanni Antonio Antolini GND: 119043610
Georg Erdmann Rosenberg
Nicolas-Henri Jardin GND: 122853598
Julia von Reventlow, geb. Schimmelmann GND: 116457317

Familienname

Horn

vollständige Vornamen

Carl Gottlob

Taufdatum

08.06.1743

Geburtsort

Pirna (Sachsen)

Sterbedatum

01.05.1807

Sterbeort

Emkendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde)

Geschlecht

männlich

Religion

evangelisch

Berufe

Baumeister und Gartenarchitekt

Eltern

Johann Gottlob Horn (1698–1745), Sophie Maria Horn, geb. Nerger, verh. Schmiedel (gest. 1770)

Strukturansicht

Literatur

  • Pommerening, Michael 1950-: Das Wandsbeker Schloss Rantzau, Brahe und die Familie Schimmelmann. Hamburg, Mühlenbek-Verl. 2004, GVK: 47684214X
  • Ralf, Hartmut: Zum Umbau des Herrenhauses Deutsch-Nienhof im ausgehenden 18. Jahrhundert, in: Nordelbingen Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 41, S. 7-17. Heide, Boyens 1972, GVK: 784536309
  • Historische Gärten in Schleswig-Holstein. Heide, Boyens 1998, GVK: 251767574
  • Hirschfeld, Peter 1900-1988: Carl Gottlob Horn, 1734-1807 ein vergessener schleswig-holsteinischer Baumeister. 1934, In: Nordelbingen, Heide, Holstein: Boyens, 1923, 10(1934), Seite 328-365, GVK: 881658030
  • Deuter, Jörg 1956-: Die Genesis des Klassizismus in Nordwestdeutschland der dänische Einfluß auf die Entwicklung des Klassizismus in den deutschen Landesteilen Schleswig-Holstein und Oldenburg in den Jahren 1760 bis 1790. Oldenburg, Isensee Verl. 1997, GVK: 231929927

Weitere Literatur