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Bargteheider-Delingsdorfer Moor

Das Bargteheider-Delingsdorfer Moor ist ein Feuchtgebiet im mittleren Stormarn.

Lage

Das Moor liegt auf Gebieten der Stadt Bargteheide und der Gemeinde Delingsdorf. Ein Entwässerungsgraben teilt es in einen südlichen Delingsdorfer und einen ca. viermal so großen nördlichen Bargteheider Teil. Im Nordosten reicht eine Waldfläche an das Moor heran. Es ist umgeben von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Im Norden liegt das Bargteheider Gewerbegebiet an der Landesstraße 89.

Geschichte

Das Bargteheider-Delingsdorfer Moor entstand in der Endmoränenlandschaft nach der letzten Eiszeit als Versumpfungsmoor auf einer Beckentonschicht. Im 19. Jh. wurden Torfstiche angelegt und die Randbereiche zu Grünland. Die Entwässerung fand über die Grootbek statt. Im Bargteheider Teil wurden die Torfe vollständig abgebaut. An der Nordostecke des Moors befand sich 1920-1975 eine Mülldeponie.

Flora und Fauna

Im Delingsdorfer Teil bestehen Reste von Heidevegetation sowie Stellen mit Torfmoosen. Großflächig gibt es Röhrichte und an den Rändern struktur- und artenreiche Gehölzstreifen. Auf Bargteheider Seite wachsen im Feucht- und Nassgrünland viele Rote-Liste-Arten, u. a. mehrere gefährdete Seggenarten, wie Hirse-, Stern-, Wiesen-, Rasen-, Bleich-Segge und Zweizeilige Segge. Darüberhinaus konnten Kuckuckslichtnelke, Moor-Vergissmeinnicht, Wiesen-Primel und Vierblättrige Einbeere nachgewiesen werden.

Ökologische Bedeutung

Viele Einzelbereiche sind gesetzlich geschützte Biotope, wie mesophiles Grünland, Weiden- und Erlenbruchwald, nährstoffreiches Nassgrünland und verschiedene Röhrichte. Das Moor ist ein Schwerpunktraum im Biotopverbundsystem. Nebenverbundachsen führen ins Grootbektal im Osten, zum Beimoorwald im Süden und in den Hansdorfer Brook im Westen.

Nutzung

Die Gehölze werden nur wenig genutzt. Die Grünlandnutzung ist extensiv. Im Norden und Westen führen Wanderwege am Moor entlang. Der zentrale Graben gehört zum Gewässerpflegeverband Grootbek.

Besonderheiten

Die Stadt Bargteheide ließ 2023 in einem Gutachten klären, wie sich der Kohlendioxidaustritt aus dem Moor vermindern ließe. Die Untersuchung ergab, dass eine Moorrenaturierung nicht möglich sei. Die Ursachen sind weitgehendes Fehlen von Torfen, komplizierte Eigentumsverhältnisse und Probleme mit der Entwässerung tiefliegender landwirtschaftlicher Flächen. Um die Artenvielfalt auf den wertvollen Grünlandflächen zu sichern und die Wasserstände zu stabilisieren, wurden verschiedene Planungsvarianten ausgearbeitet, die bisher ohne Folgewirkungen geblieben sind.

14 400
Bargteheider-Delingsdorfer Moor local_florist 53.7141170000 10.2818600000

GPS-Standort

53° 42' 50'' N, 10° 16' 54'' O

Größe

0.3 km2

höchster Punkt

38 m über NN

tiefster Punkt

36 m über NN